Alltägliche Abenteuer
Fabian Seyfried
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Beiträge von Fabian Seyfried
Brennende Pyjamas: Polyester up in smoke
05. Mai
In der Rubrik “Don’t try this at home, kids!” beantworte ich heute die Frage, ob Polyester-Baumwoll-Mischungen brennen. Soviel vorweg: Nicht gut, aber erschreckend schnell.
Das Experiment im Einzelnen: Man nehme eine brennende Kerze (ein Teelicht tut es auch, solange die Flamme nicht durch windlichtartige Aufbauten abgeschirmt wird). Nun halte man in gemütlich liegender Körperhaltung – beispielsweise sonntagmorgens – einen Arm ausgestreckt über die Kerze. Wichtig: Der Arm sollte von einer 20-/80-prozentigen Polyester-Baumwoll-Schicht umgeben sein und deren Abstand zur Flame weniger als fünf Zentimeter betragen. Was sich dann entwickelt ist ein Augenschmaus für jeden Physiklehrer. Lichterloh und blitzesschnell steht der gesamte Arm in Flammen, die kleinen Faserhärchen des Pyjamas kräuseln sich munter und verschrumpeln.
Glücklicherweise erlischt das Feuer rasch zu einer glimmenden Aura um den Ärmel. Ein, zwei beherzte Schläge auf die Bettdecke (vergleichsweise feuerfest aus purer Baumwolle) und es bleibt nichts weiter zurück außer dem Duft verschmorten Plastiks und ein angenehm warmes Hautempfinden.
Was lernen wir daraus? Dass Pyjamas genauso wenig feuerfest wie sexy sind? Sicher. Dass Polyester schneller brennt als Baumwolle? Klar. Doch zu allererst, dass im Falle von Feuer und Flammen „beherzt“ das richtige Einsatzmotto lautet – und das auch schlaftrunken sonntags in der Früh.
Digitalisierte Medizin: HIT that health
26. Apr
Die Welt der Medizin fasziniert mich immer wieder aufs Neue. Zum Glück bin ich meist positiv überrascht, was die Forschung auf diesem gigantischen Gebiet leistet. Doch ein Bereich lässt mich regelmäßig am Sachverstand der Beteiligten und am Willen zur Verbesserung zweifeln: Die Digitalisierung des Gesundheitswesens.
Patienten und deren Angehörige haben ganz offensichtlich ein großes Interesse daran, ihre persönlichen Erfahrungen zu Teilen. Das beweist die unüberschaubare Zahl an Foren und Chatrooms, in denen sich spontane Selbsthilfegruppen zusammenfinden. Gleichzeitig möchte eine überraschend große Zahl an Patienten auch ihre medizinischen Daten tauschen und der Forschung zur Verfügung stellen, wie das Beispiel PatientsLikeMe zeigt. Dennoch streiten sich hierzulande Behörden, Ärzte und vermeintliche Patienten-Vertreter seit Jahren um die elektronische Gesundheitskarte (eGK). Nach dem ursprünglichen Zeitplan, sollte die Chipkarte bereits seit spätestens 2006 in unseren Geldbörsen stecken – stattdessen feiert man das x-te kleine Test-Rollout und streitet weiter.
In der Zeitschrift The Economist erschien nun ein spannender Special Report “Medicine goes digital”, der in vielen anschaulichen Beispielen zeigt, dass elektronische Patientenakten und sogenannte Health Information Technologies (HIT) nicht nur die Forschung voran bringen und Kunstfehler vermeiden können, sondern in der Regel auch Kosten sparen. Besonders interessant fand ich den Kommentar, dass es nicht so wichtig sei, wie gut verschiedene eHealth-Systeme auf einander abgestimmt seien. Statt “monolithisch” zu denken, solle man ruhig eine Vielzahl unterschiedlicher Systeme und Software benutzen, und sich erst anschließend detailliert mit deren Vernetzung beschäftigen. Das eine, in alle Ewigkeit perfekte System gebe es eh nicht. Wie richtig! Denn neben der IT-Branche gehört die Medizin von Natur aus zu den Bereichen, deren Erkenntnisse sich jedes Jahr vervielfachen. Da ist es nur an der Zeit, dass Ärzte und Pharmafirmen die Methoden der ITler übernehmen und diese Informationsflut sinnvoll verwalten.